Field Spaniel

Field Spaniel

Field Spaniel

Rassebeschreibung Field Spaniel

Autor: Ulf F. Baumann

Der Field Spaniel ist eine in Deutschland sehr selten anzutreffende Spanielrasse. Selbst im Mutterland Großbritannien ist der Field Spaniel aktuell die Spanielrasse mit den geringsten Welpeneintragungen. Der Field Spaniel wird in Großbritannien auf der Liste der „bedrohten Haustierrassen“ geführt. Diese Rassebeschreibung ist durch persönliche Erfahrungen geprägt und erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit.

Field Spaniels sind gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen anderen Spanielrassen entstanden. English Springer Spaniel, Sussex Spaniel, English Cocker Spaniel und Irish Water Spaniel sind an der Entstehung der Rasse maßgeblich beteiligt gewesen, wobei man sagen muss, dass die Zuordnung zu den unterschiedlichen Rassen in dieser Zeit zum Teil nur aufgrund ihrer Größe vorgenommen wurden. Noch in den 30iger-Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts wurden aus einem Wurf die eine Hälfte der Welpen als Field Spaniel in das Stammbuch des Kennel Club eingetragen und die andere Hälfte desselben Wurfes als English Springer Spaniel. Die Zuordnung erfolgte nur aufgrund der Größe und der größeren Ähnlichkeit mit dem Rassestandard. Die Rassen wurden immer wieder untereinander verpaart.

Anfang des 19. Jahrhunderts wollte man die Field Spaniels besonders lang und niedrig auf den Läufen züchten. Es gilt als gesichert, dass man zu diesem Zweck auch einen (oder mehrere?) Basset Hound eingekreuzt hat. Diesem Schuss Basset-Blut schreibt man noch heute die gelegentlich auftretende Krummbeinigkeit und eine feste, kurze Haartextur der Fields zu. Zum Glück tritt dieses Erbe nur noch sehr selten auf.

Der Charakter des Field Spaniels wird im Standard als außergewöhnlich gelehrig, feinfühlig, lebhaft und selbständig beschrieben.

Diese Beschreibung ist ein gewisser Widerspruch – feinfühlig und selbständig. Feinfühlige Hunde sind häufig doch eher anhänglich. Diese Rassebeschreibung ist aber tatsächlich sehr realistisch. Field Spaniels sind weitaus selbständiger als zum Beispiel English Springer Spaniel, die häufig einen sehr engen Kontakt zu ihrem Führer suchen. Der Radius von Field Spaniels ist tendenziell etwas weiter. Sie beschäftigen sich auch gerne einmal mit sich selbst. Draußen ist der Field Spaniel – wie die meisten Spaniels – ein sehr aktiver Hund, im Haus ist er aber nach entsprechender Beschäftigung ein ruhiger und ausgeglichener Hund.

Field Spaniels sind ausgesprochen gelehrig. Sie sind eine Rasse, die viel Zeit für die Entwicklung benötigen. Dies gilt nicht nur für die körperliche Reife, die man erst im Alter von etwa 5 Jahren als abgeschlossen betrachten kann. Sie benötigen auch mehr Zeit, um mental zu reifen. Fields benötigen eine konsequente Erziehung ohne Härte. Sie verstehen, ihren eigenen Willen durchzusetzen und es erfordert einige „Ausbildungskniffe“, um ihnen das beizubringen, was sie tun sollen. Diese Rasse ist etwas für Menschen, die bereit sind, sich auf die Besonderheiten der Rasse einzustellen. Ein Field ist sicher kein „Allerweltshund“.

Der Field Spaniel kann Fremden gegenüber sehr zurückhaltend sein. Er prüft, bevor er sich entscheidet, ob er in näheren Kontakt treten will. Dies scheint rassetypisch zu sein und spricht nicht für eine schlechte Sozialisation. Mit Field Spaniels wenig vertraute Personen deuten dieses Verhalten leider häufig fehl.

Der Field Spaniel kommt in den Farben leberbraun, schwarz, braunschimmel und blauschimmel jeweils auch mit lohfarbenen Abzeichen vor. Leberbraun ist die häufigste Farbvariante.

Der bei der F.C.I. hinterlegte Standard des Field Spaniel kann hier nachgelesen werden:

http://www.fci.be/Nomenclature/Standards/123g08-de.pdf